Werte, Kindererziehung, was wir von unseren Eltern mitbekommen

 21.08.12  09:54

Heute wird es etwas länger und privater, ich weiß auch noch nicht ob ich diesen Beitrag veröffentlichen werde.

Ich habe mich gestern mit einer Bekannten unterhalten, wieso ich meine Kinder so spät bekommen habe- spät ist relativ, ich bin jetzt 34 und die Familienplanung ist abgeschlossen.

Weil ich mir nicht sicher war, ob ich mein Kind richtig erziehen kann, es mir eine Horrorvorstellung war, mein Kind in die Schule schicken zu müssen und mich wieder mit Lehrern auseinanderzusetzen. Grund dafür ist meine Kindheit, sind meine Eltern. Meine Eltern haben viel falsch gemacht, obwohl die immer nur das Beste für ihre Kinder wollten, sie haben die Werte weitergegeben, die ihnen von ihren eigenen Eltern vorgelebt wurden. Meine Mutter hat mit 24 ihr erstes Kind bekommen und flott hinterher noch 2. Mit Anfang 30 hat sie die Familie verlassen, sie wollte ihr eigenes Leben leben, verliebte sich in einen Italiener und zog mit ihm an die Nordsee, 300 km weit weg. Bis heute kann ich es nicht verstehen, wie man seine kleinen Kinder "alleine lassen" kann und die nur 2x im Monat besucht, aber ich habe es ihr verziehen.

Bei meinem Vater gab es auf den ersten Blick alle Freiheiten: Wir bekamen eigene Ponies, durften zum Reitunterricht, lebten auf einem großen Bauernhof mit vielen weiteren Streicheltieren, wir durften immer Freunde mit nach Hause bringen und immer Freunde besuchen, mussten nur vorher Bescheid sagen dass wir weg sind.

Druck gab es aber auch, was meinem Vater gar nicht bewußt war. Ich war als Kind leicht moppelig, wenn ich mir alte Fotos angucke war das wirklich nur minimal mehr als die Norm, aber von meinem Vater kam ständig ein blöder Kommentar wegen meiner Figur, z.B. beim essen im Restaurant mit vielen Leuten, wenn ich mir xy bestellen wollte sagte er laut in die Runde, ob ich nicht besser z nehme, weil ich doch dick genug bin...ich habe mich dann immer wahnsinnig geschämt, aber er meinte es ja nur nett und wollte mir einen Stups geben. Ober ich erinner mich noch als wir im Auto saßen und meine ältere Schwester mit ihren Freundinnen mitfuhr. Mein Vater sprach mich vor allen auf mein Gewicht an und stellte fest, dass ich ja schon 50 kg wiege, woraufhin die Freundin meiner Schwester meinte, dass sie ja auch 50 kg wiegt und genauso groß wie ich war, und sie habe ich nie als übergewichtig angesehen.

Wenn ich bedenke, dass all das noch so gut in meiner Erinnerung ist, und er dadurch das genaue Gegenteil erreicht hat, nämlich dass ich mich sehr viele Jahre dick, hässlich und wertlos gefühlt habe, und wenn man denkt, dass man so ist, dann strahlt man das auch aus und wird tatsächlich so- dann macht mir die Erziehung meiner Kinder doch etwas Angst, da ich ja alles richtig machen will und gut gemeint eben oft nicht gut gemacht ist.

Wieso können wir unseren Kinder nicht vermitteln, dass das Leben toll ist, fast wie das Schlaraffenland, die Früchte wachsen uns in den Mund und sie bekommen und haben unendlich viel Liebe und Anerkennung? Wieso lieben wir unsere Kinder erst ganz doll, wenn die aber 6-8 Jahre sind, regen wir uns häufig drüber auf- dabei machen Kinder doch nur das, was sie von den Eltern gelernt und vorgelebt bekommen haben?

Wieso bringen wir unseren Kinder nicht bei, dass man ein freundliches Lächen erntet, wenn man selbst den anderen anlächelt?- Wie mans in den Wald ruft, so kommt es heraus finde ich eher negativ.

Wieso sagen wir: das Leben ist kein Zuckerschlecken, man muss sich aller hart erarbeiten, ohne Fleiß kein Preis, nur die Harten kommen in den Garten, das Leben ist kein Ponyhof...zeigen wir unseren Kindern damit, dass das Leben schön ist?

 

 

Ich erinner mich noch gut, als ich in die Grundschule kam sagte mein Opa "Jetzt beginnt der Ernst des Lebens" - das ist doch schon wieder total negativ, und meine ganze Schulzeit war war wirklich negativ, es gab wieder viel indirekten Druck vom Vater, sein Wunsch war es, dass ich- genau wie er- später Medizin studiere. Ich wollte schon immer mit Tieren arbeiten und Arzt sein war nie mein Wunsch. Also musste ich aufs Gymnasium, obwohl ich nur eine Empfehlung für die Realschule hatte, ich war eine der jüngsten in der Klasse, fühlte mich meistens überfordert, war eherlich gesagt aber auch faul und habe fast nie etwas gelernt, Hausaufgaben morgens im Bus gemacht, weil mir klar war, dass ich kein Abi brauche. In der Schule hatte ich Angst, vor den Mitschülern, vor den Lehrern, vor den schlechten Noten, die schlechten Noten meinem Vater zu beichten und dann sein enttäuchtes Gesicht zu sehen, ich zog mich immer mehr zurück und redete später in der Schule gar nicht mehr,außer ich wurde dazu gezwungen. Erst viel später erfuhr ich, dass man das selektiven Mutismus nennt, mein Vater hat davon nichts bemerkt. Er wurde zwar auf Elternabenden oft drauf angesprochen, dass ich doch so extrem schüchtern bin und mal zum Schulpsychologen soll, aber ich habe mich da immer drum rum gemogelt. 1x war ich dann wirklich in der Praxis eines Schulpsychologen, da rief mich die unsensible Sprechstundenhilfe im Wartezimmer auf: " L. bitte in Zimmer 3 zum Intelligenztest" Ich bin innerlich so zusammengezuckt, weil ich dachte, die halten mich jetzt für doof. (Dumm bin ich sicher nicht, ich habe auf dem Gymnasium bis in die Oberstufe durchgehalten, als ich 18 war haben ich mich dann selbst abgemeldet und habe somit nur mittlere Reife.) Das hat sogar mein Vater bemerkt und das Thema Psychologen war damit vom Tisch. Erst viel später, durch ein Fastenseminar bei Rüdiger Dahlke habe ich all das halbwegs aufgearbeitet und erst seitdem macht es mir nichts mehr aus, mit Fremden zu sprechen-wobei es auch heute noch Situationen gibt, wo ich lieber schweige statt zu reden.

 

Eltern können mit ihrem Vorleben, ihren Worten und Wünschen so viel Schaden anrichten, obwohl es ja gut gemeint ist. Wie bekomme ich mein Kind dazu, sich selbst zu lieben ohne selbstverliebt zu sein, selbstvertrauen zu haben, das Leben zu lieben, glücklich und erfolgreich zu sein?->  Vorleben! Und das hätte ich mit 25 oder 28 Jahren nicht gekonnt.

Auch war ich mit unter 30 ziemlich arm, mein Verhältnis zu Geld war falsch...wieder, weil meine Eltern es mir so vorgelebt haben. Papa ging malochen für sein hart verdientes Geld...Geld verdirbt den Charakter. Wenn du kein Abitur machst, wirst du immer arm sein und schwere Drecksarbeit machen müssen. Dass man Geld lieben muss hat mir nie jemand gesagt ( doch, viel später Robert Betz).

Wieso bringen wie unseren Kindern nicht bei, dass Arbeit Spass macht, wenn man sich den Beruf aussucht, der einem liegt? Und man mit Spass und Freunde genug Geld verdienen kann, von dem man sich ein leichtes Leben ermöglichen kann? Wieso zählen so viele Arbeitnehmer die Stunden, bis endlich Wochenende ist, die Tage bis zum Urlaub, die Monate bis zur Rente? Das ist doch wertvolle Lebenszeit, die man genießen sollte.

Wenn fast alle Kinder durch die Eltern falsch programmiert wurden, wieso lernt man dann nicht in der Schule etwas sinnvolles, wie man trotzdem ein liebender, starker, glücklicher, erfolgreicher Mensch wird? Wieso lernen wir keine Dankbarkeit für unser Leben? Wieso sind wir nicht dankbar für die Sonne, den Regen, das warme Bett, die Blumen am Wegesrand, den Schmetterling auf unserer Hand, den Partner an unserer Seite? Wenn ich mich für alles bedanke, bekomme ich das Gefühl der Fülle...
Wieso muss man erst in der "Scheiße" stecken und selbst mühevoll suchen, wie man da wieder raus kommt und dabei wertvolle Jahre verschwenden?
Weil jeder einen anderen Weg dazu gehen muss? Ich denke die meisten Menschen ticken sehr ähnlich, mir hat es geholfen zu verzeihen ( auch mit Hilfe von Louise Hay)...meinen Eltern, weil die nicht so waren, wie ich es mir gewünscht, meinen Mitschülern, meinen Lehrern. Verzeihen abschließen und lieben.
Heute arbeite ich gerne nach Byron Katie, wenn man im Thema drin ist, dann ist es ganz leicht und es verändert alles. Das wichtigste sind die 5 Fragen:
1. Ist es wahr?
2. Kannst Du mit absoluter Sicherheit wissen, dass das wahr ist?
3. Was hast Du davon, wenn Du das denkst?
4. Wer wärst Du, wie würdest Du Dich fühlen, wenn Du das nicht denken würdest?
5. Kehre Deine Aussage um.
Passt in jede Lebenslage, egal ob Geldnot oder Beziehungsprobleme, hier erklärt sie es am Beispiel Geld:
Durch unsere andere Einstellung bekommen wir eine andere Ausstrahlung und es passieren Wunder, man muss es nur machen.
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Heute getrunken, die Uhrzeiten und Trinkmengen sind ca.
5 Uhr: 200 ml Wasser mit Schindeles Mineralien
8 Uhr: 400 ml selbstgesammelter Stilltee
11 Uhr: 500 ml Mineralwasser
13 Uhr: 200 ml Chia fresca
14 Uhr: 100 ml warme Mandelmilch mit Kakao und Zimt
15 Uhr: 200 ml Wasser
18 Uhr: 300 ml selbstgemachter Kombucha
21 Uhr: 300 ml Mineralwasser
macht ca. 2,2 Liter, da es auch einiges an Wassermelone und Gurken gab dürfte die Menge okay sein.

21.8.12 09:56

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